Ruslan i Ljudmila
Mikail Glinka

Arie des Ruslan
im zweiten Akt von Glinkas Ruslan und Ludmila.

Arie

RUSLAN
Ach, Schlachtfeld!
Wer hat dich mit Knochen von Toten übersät?
Wessen feuriges Ross hat dich getreten
in der letzten Stunde der blutigen Schlacht?
Wer ist ruhmreich auf dir gefallen?
Wessen Gebete hat der Himmel gehört?
Warum, o Schlachtfeld, bist du verstummt
und hast dich mit dem Gras des Vergessens überzogen?

Vor der Zeit der ewigen Finsternis
gibt es vielleicht auch für mich keine Rettung!
Vielleicht wird auf dem stummen Hügel
auch das stille Grab Ruslans errichtet,
und die klingenden Saiten der Sänger
werden nicht von ihm berichten!

Doch ich brauche
ein gutes Schwert und einen Schild,
für den schweren Weg bin ich nicht gerüstet.
Und mein Pferd ist gefallen, ein Kind des Krieges,
mein Schild und mein Schwert sind zerschlagen!

Gib mir, Perun,
ein stählernes Schwert, ein kampferprobtes,
in der Schlacht gehärtetes Schwert,
in einem tödlichen Sturm vom Donner geschmiedet!
Dass es wie ein Blitz die Augen der Feinde blendet,
dass der Schreck sie vom Schlachtfeld jagt!

O Ludmila, Lel hat uns Glück verheissen.
Das Herz glaubt, dass sich das Unwetter verzieht,
dass das besänftigte Schicksal mir deine Liebe
zurückgibt und deine Liebkosungen
und mein Leben mit Blumen übersät.
Nein, der Feind wird nicht lange jubeln können.

Gib mir, Perun, usw.

Wie fliegende Asche werde ich sie zerstreuen,
kupferne Türme werden ihnen kein Schutz sein!
Hilf, Perun, die Feinde zu schlagen!
Die schrecklichen Zaubereien ängstigen mich nicht.

Gib mir, Perun, usw.

O Ludmila, Lel hat uns Glück verheissen, usw.

Vergeblich treibt die Zauberkraft
dunkle Wolken auf uns zu,
vielleicht ist sie schon nah, Ludmila,
die süsse Stunde des Wiedersehens!
Von dir geliebt, lass ich in meinem Herzen
dem Kummer keinen Platz.
Alles vor mir werde ich zerschmettern,
wenn ich nur ein Schwert zur Hand hätte!

Midi

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