Synopsis: La Juive

von Jacques Fromental Halévy


Die Jüdin


ERSTER AKT
Kaiser Sigismund gibt in Konstanz, dem Ort des Konzils, ein grosses Fest, weil Reichsfürst Leopold die Hussiten besiegt hat. Ruggiero teilt der aus dem Dom strömenden Menge die frohe Nachricht mit, doch während der Feier hört man Hammerschläge. Empört werden die Störenfriede, der Jude Eleazar und seine Tochter Recha, vor den Oberrichter gebracht. Eleazar verteidigt sich damit, dass er als Jude nicht die Bräuche der Christen achten müsse. Für diesen Frevel will ihn Ruggiero töten lassen. Begütigend greift Kardinal Brogni ein, dem Eleazar bekannt vorkommt, und erlässt ihm die Strafe. Er reicht Eleazar die Hand, doch dieser stösst sie zurück, weil er sich entsetzt erinnert, dass der Kardinal, als er noch nicht der Kirche angehörte, seine beiden Söhne als Ketzer verbrennen liess und ihn selbst aus Rom verbannte. Eleazar hasst den Kardinal seit damals tödlich, hat aber bei einer Feuersbrunst dessen kleine Tochter gerettet und zieht sie in seinem eigenen Haus auf.
Recha, die von alledem nichts weiss, hat sich in Leopold, der sich ihr als Jude Samuel genähert hat, verliebt. Sie vereinbaren, sich am Abend in Eleazars Haus zu treffen. Ruggiero will Eleazar und Recha erneut festnehmen lassen, doch Leopold gibt sich der Wache zu erkennen. Staunend sieht Recha allem zu, der Kaiser zieht feierlich ein.

ZWEITER AKT
Eleazar feiert mit seinen Glaubensgenossen, unter denen sich auch Leopold und Recha befinden, das Passah-Fest, Recha sieht erschreckt, dass ihr Geliebter das gesegnete Brot unter den Tisch fallen lässt.
Es klopft, die Gäste entfernen sich, Eudora tritt ein. Sie erkennt ihren Verlobten in der schlechten Beleuchtung nicht und bestellt bei Eleazar eine goldene Kette, die sie ihrem Geliebten beim morgigen Siegesfest überreichen will. Recha, mit Leopold allein gelassen, fordert Aufklärung und hört entsetzt, dass ihr Geliebter Christ ist. Leopold überredet sie, mit ihm zu fliehen, weil sie sich des todeswürdigen Verbrechens, einen Christen zu lieben, schuldig gemacht habe. Ehe die beiden gehen können, tritt Eleazar dazwischen und will Leopold töten, doch Recha ermöglicht ihm die Flucht.

DRITTER AKT
Leopold wird im Festsaal vom Kaiser, den Edlen und Eudora als Rettet des Glaubens gefeiert. Kurz darauf tritt Eleazar mit Recha ein und will Eudora die Ehrenkette übergeben. Recha erkennt Leopold und klagt ihn des Verrats an ihr und seinem Glauben an, obwohl sie sich selbst damit der Todesstrafe ausliefert. Der Kardinal spricht über Leopold, Eleazar und Recha den Bann aus, sie sind dem Tod verfallen und werden in den Kerker geworfen.

VIERTER AKT
Eudora möchte Leopold retten und besucht Recha im Gefängnis. Sie kann sie mit dem Kardinal überreden, alle Schuld auf sich zu nehmen. Brogni will das Mädchen retten und versucht, Eleazar zu bewegen, seinem Glauben abzuschwören, um so dem Tod zu entgehen. Der Jude weist alle Versöhnungsversuche zurück und teilt dem entsetzten Kardinal mit, dass seine totgeglaubte Tochter noch lebt, er aber nicht verraten wolle, wo sie sich aufhält. Umsonst fleht der Kardinal Eleazar um Mitleid an.

FÜNFTER AKT
Eleazar und Recha werden auf einen öffentlichen Platz geführt, wo ein riesiger Kessel mit kochendem Wasser aufgestellt ist. Eleazar fragt nach Leopold und erfährt, dass Recha ihn gerettet hat, er aber verbannt wurde. Wieder bittet der Kardinal den Juden, den Aufenthaltsort seiner Tochter zu verraten, doch Eleazar weigert sich und bietet Recha an, zum Christentum überzutreten, um sich so zu retten. Entrüstet lehnt Recha ab und wird in den Kessel gestossen. Triumphierend ruft Eleazar dem Kardinal zu »Sieh dort dein Kind«! Brogni bricht verzweifelt zusammen.