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Interpretation



Immer ist Undank Loges Lohn

Loges Verteidigung.
Er hat keinen Ersatz für Freia gefunden, den die Riesen als Bezahlung für die Burg akzeptieren können. Immerhin weist er Wotan auf die klagenden Rheintöchter hin, denen man ihren Schatz raubte,
in der zweiten Szene von Wagners Das Rheingold.

Walther Kirchhoff

1879-1951
Tenor

Kirchhoff, Walt(h)er, Tenor, * 17.3.1879 Berlin, † 26.3.1951 Wiesbaden
Er wurde zunächst Kavallerieoffizier, studierte dann auf Veranlassung des Intendanten der Berliner Hofoper, Grafen von Hülsen, in Berlin bei Eugen Robert Weiss und bei Lilli Lehmann, dann auch noch in Mailand. Er debütierte 1906 an der Berliner Hofoper als Faust von Gounod. 1910 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Poia« des amerikanischen Komponisten Arthur Nevin mit. 1912 Gastspiel in Amsterdam in der holländischen Erstaufführung der »Königskinder« von E. Humperdinck. 1913 abermals in Amsterdam als Tannhäuser zu Gast. Er blieb bis 1920 Mitglied der Berliner Oper (seit 1918 Staatsoper Berlin), an der er vor allem als Wagner-Interpret zu grossen Erfolgen kam. Bei den Bayreuther Festspielen der Jahre 1911-12 trat er als Walther von Stolzing in den »Meistersingern«, 1914 als Parsifal auf.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und wurde Adjutant des deutschen Kronprinzen. In den Jahren 1923-24 und 1928-29 war er wieder an der Berliner Staatsoper, der ehemaligen Hofoper, engagiert. Gastspiele brachten dem Künstler auch im Ausland grosse Erfolge ein; so sang er 1913 und 1924 an der Covent Garden Oper London. Er trat als Gast am Théâtre de la Monnaie Brüssel, an der Grand Opéra Paris, am
Teatro Colón Buenos Aires, in Rio de Janeiro und in
Amsterdam auf; am Teatro Colón wirkte er in der ersten vollständigen Aufführung des Nibelungenrings
1922 als Siegfried und als Loge mit. 1927-28 hatte er
grosse Erfolge an der Staatsoper von Wien, 1929 gastierte er mit einem deutschen Ensemble unter dem
Dirigenten Franz von Hoesslin in Paris. 1926-31 gehörte er dem Ensemble der New Yorker Metropolitan Oper an. Hier sang er heldische und Wagner-Partien und wirkte 1927 als Alfonso in der Premiere der Oper »Violanta« von Korngold mit, 1931 in der Premiere der Operette »Boccaccio« von F. von Suppé, 1929 in der der Jazz-Oper »Jonny spielt auf« von Křenek.
Er war der Schwiegersohn der bekannten Sopranistin Etelka Gerster (1856-1920). Nach Abschluss seiner Karriere, seit 1934, wirkte er als Pädagoge am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin, zugleich leitete er 1934-35 das Lichtburg-Theater Berlin. Später war er in Berlin als Bühnenvermittler tätig.
Kraftvolle, metallisch glänzende Tenorstimme, vor allem im Wagner-Gesang ausgezeichnet.

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